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Trailer - Erstellung/Gestaltung
Man sieht sie überall - Trailer. Auf Apple.com kann man sich zu fast jedem erscheinenden Kinofilm solch einen Trailer angucken, und wenn man glück hat sogar auf Deutsch. Es gibt zu fast jedem Film eine dazugehörige Website, auf der man sich auch diese Trailer anschauen kann. Und was die großen können, können Legofilmer allemal, und stehen ihren Idolen wieder mal in nichts nach...
Ein Trailer ist also nichts Neues. Doch wie immer gibt es auch hier bei der Gestaltung einiges zu beachten. Um sich dessen klar zu werden muss man wissen, was ein Trailer will und soll.Ein Trailer will zu einem auf den Hauptfilm aufmerksam machen, Interesse wecken, neugierig machen und letztendlich ins Kino locken. Doch warum und wodurch schafft er das?Zum anderen soll er die Geschichte/Story des Filmes, die Charaktere und letztendlich das Genre an sich vorstellen, bekannt machen. Also ist ein Trailer eigentlich nicht mehr als ein Kurzfilm?
Das soll hier nun stellvertretend am Trailer "StarTrek - Morgendämmerung" erklärt und aufgezeigt werden. Der Trailer ist im übrigen ein Gemeischaftsprojekt des "Team-Brickboard 2006" aus dem Brickboard. Den Trailer kann man sich auf www.StarTrek-lego.de.vu anschauen, die Threads im Forum dazu findet ihr hier.Und hier gibt es den Bericht von Kabel1, der über das Brickfilmen berichtet, speziell zu StarTrek – Morgendämmerung.
Ein Trailer baut sich wie fast alles in 3 Bereiche auf. Die Produktionsfirma, Regie etc, dann die Ausschnitte, darauf hin der Erscheinungstermin mit dem Abspann, oder auch Gehaltsliste genannt :) Also fängt man am besten genau so an, wie die großen: Man zeigt evtl. sein Logo, seine Website-Adresse, etc, danach kommen die Szenen die man zeigen möchte, und danach den Abspann. Das muss man natürlich nicht so machen, man kann sich aber grob danach richten. Aus Zeitmangel wurde aber in Morgendämmerung darauf verzichtet den Auftakt und den Abspann auszubauen. Später wurde dann der Entschluss gefasst, eine TV und eine Online-Version zu schneiden. Jedoch wurde nicht darauf verzichtet erst am Ende des Trailer den Schriftzug "StarTrek" einzublenden, was eine gewisse Art der "Auflösung des Rätsels/Genres/Filmes" erreicht
Ein Trailer bewirbt also einen Film. Einen Film, dessen Geschichte/Storyline einem selber schon bekannt ist, und dessen Szenen meistens schon abgedreht sind. Nun muss man sich überlegen, welche Szenen man für einen Trailer nehmen kann, welche Ausschnitte interessant sind jedoch aber nicht zuviel offenbaren. Das ist ein weiterer Punkt der beachtet werden muss. Wenn mir ein Trailer z.B. wegen seinen Effekten gefällt, ich im eigentlichen Film aber nicht MEHR oder noch bessere/aufwändigere Effekte sehe, dann bin ich enttäuscht und der Film singt in meiner Bewertung automatisch drastisch. Aber zeigt man zu wenig von diesen Effekten, so schaue ich mir den Film vielleicht gar nicht erst an. Ein Wohlgewolltes Mittelmass dessen ist also geplant, so dass man nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig zeigt.
Als negatives Beispiel möchte ich hier auf die Vermarktung eines älteren Kult-Filmes verweisen: Independece-Day von Roland Emmerich. Hier wurde man in sämtlichen Trailern, TV-Spots, Teasern,  Plakaten mit zig Explosionen konfrontiert. Ein Gebäude wurde getroffen und die Stadt schien in einem zu Explodieren. Im Film jedoch war dann recht wenig dieser Sequenzen zu sehen. Ein und dieselbe Szene aus verschiednen Blickwinkeln. Wäre dieses jedoch anders beworben worden, wären die Szenen wahrscheinlich noch überwältigender gewesen. So jedoch hat man gewusst WAS kommt, und das war viel zu schnell vorüber.In Morgendämmerung war jedoch eines anders: Es gab nur wenig abgedrehte Szenen, und die Story war zu dem nicht wirklich bekannt. Also wäre eine bloße Aneinanderreihung irgendwelcher Szenen zwar hübsch anzusehen, jedoch würde es keinen Sinn ergeben. Denn WAS soll man bewerben? Was ist der "Rote Faden"? So wurde also schnell an einer Geschichte gearbeitet, es wurde ein fiktiver (erfundener, nicht existierender) Film als Basis entwickelt. Nun, da man eine Basis hatte, konnte man sich in seiner Phantasie ausmalen, welche Szenen interessant wären zu zeigen, welche gezeigt werden müssten...und welche man aus anderen bekannten StarTrek- Filmen und Serien übernehmen könnten.
Interessant macht einen Trailer jedoch, dass man sehr viel freier mit ihm umgehen kann als etwa dem eigentlichen Film. So muss die Story zwar im Trailer begreiflich gemacht werden, jedoch müssen die Szenen die gezeigt werden keinesfalls mit der Reihenfolge aus dem Film übereinstimmen. So könnte man rein theoretisch mit dem Show-down, also dem Ende anfangen, Effekteinstellungen ein- /überblenden, um dann zur eigentlichen Charakter/Storyvorstellung überleiten. Selbst den Achsensprung, der sonst verboten und verpönt ist (mehr dazu in einem späteren Tut), spielt hier keine Rolle mehr. Bildtechnisch und Zeitanordnungstechnisch ist einfach alles erlaubt! Zeitlupe, schnelleres Abspielen, Farbgebung, Sprachzuordnung, all das kann man anders machen, solange es einem Gesamtbild des Filmes entspricht. Morgendämmerung geht jedoch den Weg der real vorhandenen Storyline, ohne in der Filmzeit hin und her zu springen.
Es wäre nun aber falsch zu glauben, dass man alle Richtlinien über Bord werfen könnte. Für wie so vieles gibt es Regeln, die gebrochen werden können, andere wiederum nicht. Spannung erzeugt man eben nicht nur aus spannenden Szenen. Spannung baut man durch Höhen und Tiefen ein. Das heißt die tollen Szenen müssen sich mit den langweiligen abwechseln. Würde man die ganze Zeit nur Effekteinstellung, Action und Grusel sehen, ist man zwar von der technischen Seite beeindruckt, aber das ist nach ganz kurzer Zeit schon langweilig, weil das Auge/Gehirn sich nicht ausruhen kann, die gesehenen Szenen können sich nicht setzen, man kann sie nicht mehr verarbeiten, das Gehirn nimmt sie nicht mehr auf und schaltet ab. Spannung baut man nicht nur mit dem auf WAS man sieht, sondern auch mit dem, was man NICHT sieht. So sind Einbildungen ins "schwarze" zwischen wichtigen Szenen sehr wirkungsvoll, jedoch darf man auch hier nicht übertreiben. Man kann jedoch - richtig eingesetzt - dadurch die Spannung heben, in dem man danach immer näher an Szenen heran geht, sich der Story nähert, den Charakteren Einfluss lässt. Hat man 3 oder 4 Schwarzblenden gemacht, kann man dann den Effektzauber rauslassen. Schnelle Bilder, helle Bilder und gute Sounduntermalung tun hier ihr übriges. Auch hier kann man dann immer noch schnelle Abfolgen von schwarzen und weißen Blenden vornehmen, die das Auge reizen. Diese schwarzen/weißen Blenden können ein Stilmittel sein, müssen es aber eben nicht. Mit ein wenig Übung bekommt man das auch anders/ohne diese Blenden hin. Man kann z.B. von sehr dunkeln Szenen in sehr helle überblenden, oder man nutzt die Schrifteinblendungen, um diese Kunstvoll zwischen einzelne Übergänge/Szenen einzusetzen. Also musste der Trailer - nicht nur aus Zeitgründen, die hier aber leider im Vordergrund stand - ein gutes Mittelmass an Effekten und Story erkennen lasse. Zu gerne hätte man sich der Szenen mit den Aufnahmen der Raumschiffe hingegeben, oder den Kämpfen zischen den Borg und der Enterprise, oder der großen Raumhschlacht an Ende, welche übrigens nur angesprochen wird, aber Visuell nicht gezeigt wird. Alle anderen Szenen wurden somit aber in den Trailer aufgenommen, aber eben nur kurz. Ein "zu den Waffen greifen" und eine Charakteristischer Satz Picard´s und Data´s tut sein übriges, man weiß was kommen/passieren soll, es wird sogar in einer Szene gezeigt, dass die Borg an Board sind und auf sie geschossen wird. Die Schirfteinblendungen wurden ebenfalls nicht willkürlich gewählt, sondern ergeben zusammen gesehen einen Sinn: 2 Feinde, 2 Kapitäne, 2 Freunde - aber nur 1 Sieger. Diese wurden so gesetzt, dass sie gewisse Handlungsabläufe von einander trennen, es wird einem bewusst, das es Story-technisch voran geht.
Nicht zu vergessen sind die Audio-Geräusche, die natürlich fast noch wichtiger sind als das Bild selber. Ohne Sprache versteht man nicht worum es geht. Ohne woosch/zong/boing-Sounds ist jede Überblendung verloren. Ein Trailer lebt gerade von der Audio/Sound-Welt, da sie der Gefühlsträger Nr.1 ist. Das merkt man am besten, wenn man sich einmal StarWars/StarTrek oder irgendeinen Horror/Gruselfilm einmal ohne Ton anschaut - nach 10 Minuten schaltet man ab. Hat man das Glück und man hat sogar Sprecher, dann empfiehlt es sich im Trailer einige markante Sätze einzubinden, die die Story erläutern, eine gewisse Coolness haben, sich aber auch auf die Stimmung des ganzen Filmes beziehen. und bestenfalls hat man einen Trailer-Sprecher, der den User ein wenig Audio-visuell an die Hand nimmt und durch die Story führt. Morgendämmerung konnte hier natürlich aus dem "Vollen schöpfen", denn es brauchte keine Sprecher die die Charaktere vertonen hätten sollen. Lediglich ein paar Stellen aus den Kinofilmen so wie den Serien genommen, richtig miteinander kombiniert, ergeben die Vorlagen einen völlig neuen Sinn. Musikalisch wurde ein roter Faden genommen, der ebenfalls der Original-Musik entspricht. So hangelt sich Morgendämmerung Audiovisuell ganz StarTrek-Like durch die Spielzeit, ohne auch nur eine Sekunde anzweifeln zu lassen, dass es sich NICHT um StarTrek handeln würde. Und zu allem Übermaß wird die Trailer-Stimmung dadurch gehoben, dass die Schifteinblendungen durch einen Sprecher vorgelesen wurden.
Natürlich kann man diese Vorgehensweise nicht auf jeden beliebigen Film übertragen, schon gar nicht über die verschiedenen Genre hinweg, es gibt einfach kein "All-Heilmittel". Jedoch kommen eben gewisse Strukturen immer wieder in jedem Trailer auf und man kann sich mit vorliegender Beschreibung auseinander setzen. Setzt man alles in einem guten Mittelmass ein, übertreibt vielleicht hier und da - zur besonderen eigenen Note - kann soviel nicht mehr verkehrt laufen. Vorausgesetzt, dass man sich dann doch VORHER Gedanken zum Thema macht...
In diesem Sinne: Lebt lang und in Frieden
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